Die professionelle Herstellung von Messerklingen ist ein mehrstufiger Prozess, der sowohl handwerkliches Können als auch moderne Fertigungsverfahren kombiniert. Im Folgenden sind die wesentlichen Schritte zusammengefasst.
Hochwertige Messer werden in der Regel aus speziellen Stahlsorten hergestellt, die entweder als legierter Kohlenstoffstahl, Edelstahl oder moderne Pulvermetallurgie produziert werden. Die Wahl des Stahls bestimmt die Eigenschaften der Klinge wie Schärfe, Härte, Zähigkeit und Korrosionsbeständigkeit.
Schmieden: Traditionell werden Messerklingen durch Schmieden geformt. Dabei wird der Stahl erhitzt und mit Hämmern in die gewünschte Form gebracht. Dieser Prozess kann die interne Struktur des Stahls verbessern, indem er die Korngrösse verfeinert und so die mechanischen Eigenschaften optimiert.
Alternativ werden Stahlblöcke oder -bleche durch Walzen auf eine gewünschte Dicke gebracht und anschließend mit CNC-gesteuerten Maschinen auf grobe Form geschnitten.
Mit Fräsmaschinen, Laserschneidern oder Wasserstrahlschneidern wird das grobe Werkstück in die endgültige Form gebracht. Dabei werden Klingenprofile, Aussparungen für den Griff und eventuelle Designelemente präzise ausgearbeitet.
Dieser Schritt ist entscheidend, um die mechanischen Eigenschaften des Stahls zu optimieren.
Härten: Die Klinge wird auf hohe Temperature erhitzt und dann rasch abgeschreckt (z.B. in Wasser oder Öl), um eine martensitische Struktur zu erzeugen, die für die gewünschte Härte sorgt. In diesem Zustand ist das Material spröde und würde beim Fallenlassen zerspringen. Daher ist der nächste Schritt, dass Anlassen wichtig.
Anlassen: Anschliessend wird die Klinge bei einer niedrigeren Temperatur erneut erwärmt, um innere Spannungen abzubauen und eine ausgewogene Kombination aus Härte und Zähigkeit zu erreichen.
Nach der Wärmebehandlung erfolgt die präzise Schleifarbeit mit einem hochwertigen Bandschleifer, einer stationären Bandschleifmaschine. Dieser sollte äußerst robust sein, um vibrationsarmes Arbeiten zu ermöglichen. Hierbei wird die Schneide herausgearbeitet und die Klinge in ihre endgültige Schärfe gebracht. Moderne Bandschleifmaschinen kommen zum Einsatz, um eine mikroskopisch feine Schneide zu erzielen. Hier wird meist mit einer Schmierung, z.B. Minimalschmierung, gearbeitet, um das Anlaufen des dünnen Metalls zu vermeiden. Die Einbringung von zu grosser Hitze kann die Klinge ansonsten beschädigen. Hier werden über Düsen kleine Mengen Kühlmittel, eine Mischung aus Wasser und einer speziellen Emulsion, auf das Schleifband aufgebracht. Die Schutzhaube an der Bandschleifmaschine ist mit einer Auffangwanne ausgestattet, um die Flüssigkeit aufzufangen. Diese wird mittels Schwerkraft in einen Schwerkraftbandfilter geleitet, gefiltert und rezirkuliert.
Je nach gewünschtem Endprodukt werden weitere Oberflächenbehandlungen durchgeführt:
Polieren: Für eine glänzende, glatte Oberfläche, die auch korrosionshemmend wirken kann.
Beschichtungen: In einigen Fällen werden spezielle Beschichtungen (z.B. Teflon oder keramische Beschichtungen) aufgebracht, um die Reibung zu reduzieren oder die Lebensdauer der Klinge zu verlängern.
Jeder Produktionsschritt wird streng kontrolliert. Hierzu zählen visuelle Inspektionen, Härteprüfungen, Schärfetests und bei Hochleistungsmessern auch Belastungs- und Korrosionstests. Nur Messer, die alle Qualitätsstandards erfüllen, gelangen in den Verkauf.
Wenn es sich um ein komplettes Messer handelt, wird die Klinge mit dem Griff verbunden. Diese Montage erfolgt durch mechanische Befestigung (z.B. Schrauben, Nieten) oder Klebetechniken und bedarf ebenfalls einer sorgfältigen Ausrichtung und Endkontrolle. Hier kommen erneut Bandschleifmaschinen in robuster Ausführung zum Einsatz um die Homogenität der Übergänge herzustellen. Hierbei wird meist mit einer groben und feineren Körnung auf dem Bandschleifer gearbeitet. In Bandschleifmaschinen mit spezieller Ausführung kann auf einer Spindel mit zwei Bändern geschliffen werden, indem zwei Bandspannarme montiert sind. Hierbei ergibt sich eine enorme Platzersparnis und der Werker kann beide Arbeitsschritte ideal ausführen, das Bandschleifen mit einem gröberen Band und das Finishen mit der feinen Körnung bzw. einem Scotchband.
Bei der Wahl von geeigneten Schleif- und Poliermaschinen für die manuelle Bearbeitung von Messerklingen und Messergriffen ist unbedingt darauf zu achten, dass die Maschine(n) in schwerer Industrieausführung für den Dauerbetrieb ausgelegt sind.
Moderne Bandschleif- und Poliermaschinen für die Industrie, welche die aktuellen gesetzlichen Anforderungen erfüllen, sind in der Regel mit Motoren der Energieeffizienzklasse IE3 ausgestattet. Diese Maschinen sind durch ihre Betriebsart S1 für den Dauerbetrieb ausgelegt.
Maschinen für den Hobby- und Heimwerkerbereich dagegen werden meist in den Betriebsarten S6 oder höher definiert.
Vibrationen stellen bei der Arbeit an Bandschleif- und Poliermaschinen eine Belastung für den Werker/die Werkerin dar und können zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Schwingungen an Bandschleifmaschinen können gemessen werden und z. B. über den Kennwertrechner des IFA (Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung) ausgewertet werden.
Über den Rechner lässt sich über die Eingabe des Schwingungsgesamtwerts die Zeit bis zum Auslösewert bzw. Zeit bis zum Expositionsgrenzwert errechnen. Abgesehen von gesundheitlichen Risiken führen Vibrationen an der Schleifmaschine häufig zu unerwünschten „Rattermarken“ am Werkstück.
Maschinen in schwerer Industrieausführung bieten einen vibrationsarmen Lauf und können zur Risikominimierung von vibrationsbedingten Belastungen entscheidend beitragen.
Eine adäquate Bandschutz- und/oder Polierschutzhaube ist ein wichtiger Bestandteil einer modernen Bandschleif- und Poliermaschine und wichtig für den Schutz beim Bearbeiten von Messerklingen und Griffen.
Beim Schleifen von Messerklingen wird die Kühlung durch den Einsatz von Kühlmittel, einer Mischung aus Wasser und einer entsprechenden Emulsion, erreicht. Dieses Kühlmittel wird mittels Düsen auf das Schleifband gesprüht und an einer Wanne, welche Bestandteil der Bandschutzhaube ist, ausgefangen und mittels Schwerkraftbandfilter gefiltert und rezirkuliert.
Hier ein Beispielbild einer modernen Bandschutzhaube mit Auffangwanne und Schwerkraftbandfilter.
Bandschleifmaschine 72780 für die Nassbearbeitung mit Auffangwannen und Schwerkraftbandfilter.
Doppelseitige Bandschleifmaschine, Typ 72780. Schwere Maschine für den industriellen Einsatz und Dauerlauf. Mit Sicherheitsschaltern an den Bandschutzhauben und Fussnotausschaltern. Frequenzumrichter erlauben die exakte Einstellung der gewünschten Schnittgeschwindigkeit. Ein Paradebeispiel einer hochwerigen, sicheren und ergonomisch perfekten Bandschleifmaschine für die moderne Messerproduktion.
Spezielle Bandschutzhaube für die Messergriffbearbeitung. In Extrabreite für zwei Bandspannärmen und zwei Kontaktscheiben zum Schleifen mit Schleifband und Schleifvlies.