• CNC-Bandschleifen für Turbinenschaufeln mit höchster Präzision
• Nassschliff für Titan- und Nickelbasislegierungen (vermeidet thermische Schäden)
• Reproduzierbare Oberflächenqualität von Ra 0,2 bis 1,6 µm
• Manuelle und automatisierte Lösungen für OEM und MRO Anwendungen
Das Schleifen von Turbinenschaufeln erfordert höchste Präzision, kontrollierte Prozesse und reproduzierbare Oberflächenqualitäten – insbesondere bei Anwendungen in der Luftfahrt und Energieerzeugung.
Turbinenschaufeln gehören zu den hochbeanspruchten Bauteilen in Gas- und Dampfturbinen sowie in Flugzeugtriebwerken. Beim Schleifen und Polieren von Turbinenschaufeln sind höchste Anforderungen and Präzision, Reproduzierbarkeit und Oberflächenqualität erforderlich. Ihre Oberflächenqualität hat direkten Einfluss auf Wirkungsgrad, Lebensdauer und Betriebssicherheit der gesamten Turbine.
Insbesondere bei Flugzeugtriebwerken und auch bei Gasturbinen der neuen Effizienzklasse gelten höchste Anforderungen an Präzision, Reproduzierbarkeit und eine thermisch schonende Bearbeitung. Beim Schleifen, Polieren und Finishen von Turbinenschaufeln sind daher kontrollierte Prozesse und eine gleichbleibend hohe Oberflächenqualität entscheidend.
Turbinenschaufeln bestehen häufig aus hochfesten Werkstoffen wie Nickelbasislegierungen oder Titan, die beim Schleifen empfindlich auf Wärme reagieren. Unkontrollierte Temperaturen können zu Gefügeveränderungen, Oberflächenschäden oder reduziertem Bauteilverschleiß führen.Wesentliche Anforderungen an die Bearbeitung sind daher:
Diese Anforderungen gelten sowohl für neue Turbinenschaufeln als auch für Reparatur- und Aufarbeitungsprozesse.
Turbinenschaufeln in Flugzeugtriebwerken unterliegen extremen thermischen und mechanischen Belastungen. Bereits kleinste Oberflächenfehler können den Wirkungsgrad beeinflussen oder zu vorzeitigem Verschleiß führen. Turbinenschaufeln werden in der Luftfahrt auch als Airfoils bezeichnet.
Typische Anforderungen in der Luftfahrt sind:
Das präzise Schleifen, Polieren und Finishen von Turbinenschaufeln und Airfoils ist daher ein zentraler Schritt in der Fertigung und Instandhaltung von Flugzeugtriebwerken.
Das Schleifen von Turbinenschaufeln im Nassschliff mit Kühlmittel (coolant) bietet entscheidende Vorteile gegenüber trockenen Verfahren. Durch den gezielten Einsatz von Kühlmittel wird die Wärmeentwicklung im Schleifprozess deutlich reduziert.
Vorteile des Nassschliffs:
Gerade beim CNC-Bandschleifen komplexer Schaufelgeometrien sorgt der Nassschliff für stabile, reproduzierbare Ergebnisse – sowohl bei Turbinenschaufeln für Energieanlagen als auch für Flugzeugtriebwerke.
Automatisierte CNC-Lösungen ermöglichen heute das präzise Schleifen, Polieren und Finishen von Turbinenschaufeln auch bei komplexen Freiformgeometrien.
Gegenüber manuellen Prozessen bieten sie klare Vorteile:
Ein wesentlicher Faktor für diese Prozessstabilität ist die programmierbare Kraftregelung (H1), die eine konstante Kontaktkraft über den gesamten Bearbeitungsprozess sicherstellt.

Automatisiertes CNC Schleifen einer Turbinenschaufel in einer 6-Achs CNC Maschine vom Typ SPE. Der CNC Prozess gesteuert durch eine moderne SIEMENS Sinumerik ONE Steuerung gewährleistet höchste Wiederholbarkeit und Reproduzierbarkeit. Der Einsatz von Kühlmittel verhindert eine Überhitzung des Materials.

6-Achs CNC Maschine vom Typ SPE zum präzisen Schleifen von Turbinenschaufeln und Airfoils bis ca. 600 mm Länge. Typische Schaufeln auf der SPE sind Gasturbinen-Kompressorschaufeln, Gussschaufeln und IGVs (Leitschaufeln).

6-Achs CNC Maschine vom Typ MTS zum Bandschleifen von Turbinenschaufeln bis 2.200 mm Länge. DIe MTS kommt häufig zum Einsatz bei der Bearbeitung von Fanschaufeln, großen Dampfturbinenschaufeln und OGVs (Leitschaufeln).
Das Video zeigt den CNC Bandschleifprozess für Turbinenschaufeln unter realen Produktionsbedingungen auf einer MTS 6 CNC. Im Video werden grosse Dampfturbinenschaufeln aus Stahl und Titan gezeigt.
In diesem Video wird das Schleifen von typischen Gasturbineschaufeln gezeigt auf einer 6 Achs CNC Maschine vom Typ SPE.

Neben automatisierten CNC-Prozessen spielt das manuelle Bandschleifen von Turbinenschaufeln und Airfoils weiterhin eine wichtige Rolle – insbesondere bei Einzelteilen, Prototypen, Reparaturen oder Nacharbeiten im MRO-Umfeld.
Beim manuellen Bandschleifen können erfahrene Bediener gezielt auf Bauteilzustand, Geometrie und Material reagieren. Dies ist vor allem dann von Vorteil, wenn Turbinenschaufeln unterschiedliche Verschleißbilder aufweisen oder eine flexible Bearbeitung erforderlich ist.
Typische Einsatzbereiche des manuellen Bandschleifens sind:
In der Praxis ergänzt das manuelle Bandschleifen automatisierte Verfahren sinnvoll und ermöglicht eine flexible, wirtschaftliche Bearbeitung von Turbinenschaufeln in Fertigung und Instandhaltung.

Bandschleifen einer gegossenen MRO Schaufel in einer sog. "Hospital Cell". Nach entsprechender Anzahl Flugstunden wurde diese Gussschaufel "repariert" und nun müssen definierte Bereiche mittels Schleifband bearbeitet werden. Hierbei ist es wichtig, dass mit unterschiedlichen Durchmessern von Kontaktscheiben gearbeitet werden kann, z.B. einer kleinen Kontaktscheibe, für die konkave Seite.

Für das Schleifen der konvexen Seite der Turbinenschaufel wird mit entsprechend grösseren Durchmessern geschliffen.

Neben der Bearbeitung mit Schleifband werden Turbinenschaufeln auch mit Schleifscheiben mit verschiedenen Härten geschfliffen, insbesonders die Radienbereiche an den Schaufelübergängen.
Hier ein Video, welches die Bearbeitung einer gegossenen Niederdruckturbinenschaufel an einer Bandschleifmaschine vom Typ 72713 zeigt.
Die Oberflächenbearbeitung von Turbinenschaufeln spielt sowohl bei der Herstellung neuer Komponenten als auch in der Instandhaltung (MRO) eine zentrale Rolle – insbesondere in der Luftfahrt- und Energieindustrie.
Typische Anwendungen sind:
Für automatisierte Schleif- und Polierprozesse von Turbinenschaufeln werden grundsätzlich zwei Konzepte eingesetzt: robotergestützte Schleifzellen oder spezialisierte CNC-Schleifmaschinen.
Robotersysteme werden häufig von Integratoren als flexible Automatisierungslösung angeboten. Dabei befinden sich Werkstück und Werkzeug jedoch in einer frei konfigurierten Roboterzelle. Das Bauteil ist nicht fest in einem definierten Maschinenkoordinatensystem referenziert. Deshalb müssen Werkstücklage und Werkzeugposition in solchen Systemen häufig kontinuierlich vermessen und korrigiert werden, um reproduzierbare Bearbeitungsergebnisse zu erreichen.
Bei CNC-Schleifmaschinen basiert der Prozess hingegen auf dem standardisierten Koordinatensystem einer Werkzeugmaschine. Das Werkstück wird in einer definierten Spannvorrichtung – beispielsweise einer Standardvorrichtung von LANG Spanntechnik – fixiert und ist damit eindeutig im Maschinenkoordinatensystem referenziert. Dadurch kann die Orientierung und Ausrichtung der Turbinenschaufel exakt definiert werden, ohne dass während der Bearbeitung ständig zusätzliche Messsysteme erforderlich sind.
Ein weiterer Vorteil von CNC-Schleifmaschinen ist die hohe mechanische Präzision und Steifigkeit der Werkzeugmaschine. Diese ermöglicht eine kontrollierte Bearbeitung auch bei anspruchsvollen Werkstoffen wie Nickel-Superlegierungen oder Titanlegierungen, die häufig in Turbinenschaufeln eingesetzt werden.
Die beschriebenen Prozesse und erreichbaren Oberflächenqualitäten entsprechen etablierten industriellen Verfahren, wie sie auch in der Fachliteratur dokumentiert sind, z. B. in:
Aerospace Manufacturing Processes - Pradip K. Saha (CRC Press).
Darüber hinaus wird die Bearbeitung in vielen Anwendungen im Nassschliff durchgeführt, wodurch Schleifstaub vermieden und eine stabile Prozessführung erreicht werden kann.
Auch die eingesetzte Steuerungstechnik spielt eine wichtige Rolle. CNC-Schleifmaschinen basieren häufig auf etablierten Industriesteuerungen wie der Siemens Sinumerik ONE, die in vielen Fertigungsbetrieben als Standard gilt. Bediener und Programmierer sind mit solchen Steuerungen vertraut, was die Integration in bestehende Produktionsumgebungen erleichtert.
Die Programmierung erfolgt typischerweise über etablierte CAM-Systeme wie Mastercam, sodass CAD-Daten direkt zur Erstellung von Schleifprogrammen genutzt werden können. In vielen Fertigungsbetrieben ist diese Software bereits im Einsatz.
Robotersysteme hingegen erfordern häufig spezielle Programmiersysteme und zusätzliche Integrationsschritte, was die Einführung solcher Systeme komplexer machen kann.
Ein Vergleich beider Technologien wurde auch in einer Machbarkeitsstudie bei Doncasters Precision Castings in Bochum durchgeführt. Dort wurden robotergestützte Schleifprozesse und CNC-Schleifmaschinen gegenübergestellt. Das Unternehmen entschied sich anschließend für CNC-basierte Schleifmaschinen, unter anderem aufgrund der Reproduzierbarkeit der Ergebnisse, der Oberflächenqualität, der ausreichenden Abtragsleistung sowie der Möglichkeit des Nassschleifens ohne Staubentwicklung.
Heute werden dort mehrere CNC-Schleifmaschinen für die Serienbearbeitung von Turbinenschaufeln eingesetzt.
Programmierbare Kraftregelung (H1) als entscheidender Vorteil:
Moderne CNC-Bandschleifmaschinen kombinieren die Steifigkeit und Präzision klassischer Werkzeugmaschinen mit einer aktiven Kraftregelung. Neben Schnittgeschwindigkeit (S) und Vorschub (F) wird auch der Kontaktdruck (H1) als programmierbarer Parameter definiert.
Durch diese geschlossene Regelung wird eine konstante Anpresskraft während des gesamten Schleifprozesses sichergestellt – unabhängig von Bauteiltoleranzen oder Geometrieänderungen.
Das Ergebnis:
• gleichmäßiger und kontrollierter Materialabtrag
• reproduzierbare Oberflächenqualität
• stabile, dokumentierbare Prozesse
Im Gegensatz zu robotischen Systemen reagiert die Maschine nicht nur auf Abweichungen – sie kontrolliert den Prozess aktiv innerhalb eines festen Maschinenkoordinatensystems.
Qualität optimieren und die Zeiten beim Fräsen bei der Herstellung von Turbinenschaufeln reduzieren. Die folgende Fallstudie enthält interessante Einblicke in eine moderne Turbinenschaufelproduktion.
Strömungsflächen von Turbinenschaufeln werden je nach Anwendung entweder manuell auf Bandschleifmaschinen oder automatisiert auf CNC-gesteuerten Schleif- und Poliermaschinen bearbeitet. Beim Schleifen werden Fräsriefen entfernt und die Oberfläche für nachfolgende Polierprozesse vorbereitet.
Die Oberflächenqualität von Turbinenschaufeln hat direkten Einfluss auf den Wirkungsgrad der Turbine. Durch das Polieren der Schaufeloberfläche werden Rauheiten reduziert und Strömungsverluste minimiert. Gleichzeitig kann die Lebensdauer der Bauteile erhöht werden.
Typische Oberflächenrauheiten bei Turbinenschaufeln liegen zwischen Ra 0,2 und 1,6 µm, je nach Anwendung. Je nach Anwendung werden Oberflächenrauheiten im Bereich von etwa Ra 0,5 bis Ra 1,6 µm gefordert. Die genaue Anforderung hängt vom Turbinentyp sowie vom Einsatzbereich der Schaufel ab. Gasturbinen-Verdichter Schaufeln müssen häufig eine Oberfläche von Ra 0,6 oder feiner aufweisen. Bei Dampfturbinenschaufeln werden oft Oberflächenrauigkeiten von Ra 0,8 gefordert. Im Luftfahrtbereich sind bei Bläserschaufeln (Fan blades) und Leitschaufeln (OGVs und IGVs) häufig Oberflächen von Ra 0,2 bis Ra 0,4 definiert.
Zum Schleifen von Turbinenschaufeln werden hauptsächlich CNC-Bandschleifmaschinen eingesetzt, da sie höchste Präzision und Wiederholgenauigkeit ermöglichen. Zum Einsatz kommen sowohl CNC-Poliermaschinen für automatisierte Prozesse als auch manuelle Bandschleifmaschinen für flexible Bearbeitungen und Reparaturen. CNC-Maschinen ermöglichen reproduzierbare Ergebnisse bei Serienprozessen, während manuelle Maschinen besonders bei Einzelteilen und Nacharbeiten eingesetzt werden. Auch können roboterbasierte Lösungen zum Einsatz kommen, bieten jedoch meist nicht die notwendige Genauigkeit und Programmierbarkeit im Vergleich zu einer CNC-Werkzeugmaschine mit Standard SIEMENS Steuerung. Auch bieten Roboterzellen meist nicht die Möglichkeit der Nassbearbeitung, was gerade bei Materialen wie Titan und Nickellegierungen ein essentieller Faktor ist.
Ja. Insbesondere bei Reparaturen, Prototypen oder kleinen Stückzahlen wird das Schleifen von Turbinenschaufeln häufig manuell durchgeführt. Industrielle Bandschleifmaschinen ermöglichen eine präzise Bearbeitung komplexer Schaufelgeometrien.
Turbinenschaufeln bestehen häufig aus Nickel-Superlegierungen (z. B. Inconel), Titanlegierungen oder hochfesten Stählen. Diese Werkstoffe sind besonders temperatur- und belastungsbeständig und werden in Flugzeugtriebwerken sowie Gasturbinen eingesetzt.
Beim Schleifen von Turbinenschaufeln muss die Wärmeentwicklung kontrolliert werden, um Gefügeveränderungen im Material zu vermeiden. Deshalb werden häufig geeignete Schleifparameter sowie Kühlmittel eingesetzt.
Typische Anwendungen sind:
CNC-Bandschleifmaschinen sind die wichtigste Technologie zum Schleifen von Turbinenschaufeln, da sie höchste Präzision, Prozessstabilität und Wiederholgenauigkeit ermöglichen.
Für automatisierte Schleif- und Polierprozesse werden sowohl robotergestützte Systeme als auch CNC-Schleifmaschinen eingesetzt. Robotersysteme werden häufig von Integratoren als flexible Automatisierungslösung angeboten.
CNC-basierte Schleifmaschinen sind hingegen speziell für Schleif- und Polierprozesse ausgelegt und ermöglichen eine präzise Kontrolle von Prozessparametern wie Bandgeschwindigkeit, Vorschub und Anpressdruck. Dadurch können reproduzierbare Oberflächenqualitäten und stabile Bearbeitungsprozesse erreicht werden. CNC-Schleifmaschinen bieten in der Regel höhere Präzision und Prozessstabilität als robotergestützte Systeme.
Beim Schleifen von Turbinenschaufeln und Airfoils wird häufig Nassschliff eingesetzt, um die Wärmeentwicklung zu reduzieren und Gefügeveränderungen im Material zu vermeiden. Besonders bei Titan und Nickelbasislegierungen ist dies entscheidend für die Bauteilqualität.
Eine konstante Kontaktkraft ist entscheidend für gleichmäßigen Materialabtrag und reproduzierbare Oberflächenqualität. Moderne CNC-Bandschleifmaschinen ermöglichen dies durch eine programmierbare Kraftregelung (H1), die den Anpressdruck während des gesamten Prozesses aktiv steuert und stabil hält.